Nachrichten

Weihnachtsgruß


17. Dezember 2021

Herzlich grüße ich Sie und Euch aus der Kirchgemeinde Riesa.

Eigentlich hätten in diesen Tagen wieder viele Advents- und Weihnachtsfeiern stattgefunden. Eigentlich habe ich mich auf Glühwein und Quarkspitzen auf dem Weihnachtsmarkt gefreut. Eigentlich hätten wir in diesen Tagen viele schöne Konzerte hören können. Doch es bleibt beim „Eigentlich“. Denn Corona macht uns leider in diesen Tagen und Monaten immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Vielleicht ist es das Gefühl, welches auch Josef gespürt hat, als Maria ihm sagte, dass sie schwanger war. Ich kann mir das gut vorstellen. Denn auch mich strengt diese Unsicherheit und das „Eigentlich“ dieser Tage sehr an. Ich bin geschafft und müde, wie Maria nach der langen Reise von Nazareth nach Bethlehem. Mir scheint, dass diese Adventstage auch in diesem Jahr meist stressig und wenig besinnlich sind. Doch eins vermag selbst Corona nicht: Die frohe Botschaft von Christi Geburt brechen oder klein machen. Denn diese Botschaft gilt auch in diesen Tagen unveränderlich. Selbst wenn wir keine Augenzeugen sind wie Maria, vertraue ich fest darauf, dass diese Botschaft vom Kind in der Krippe auch für uns, ja für mich gilt. Ich mache mich deshalb selbst auf die Suche nach dem Kind in der Krippe. Ich folge dem Stern bis zur Krippe nach Bethlehem. Denn dort ist das Ziel meiner Reise in diesen Weihnachtstagen. Wenn ich an die Futterkrippe im Stall trete, dann sehe ich Gott in Windeln gewickelt und im Stroh liegen. Als kleines und unschuldiges Kind. Für mich kaum vorstellbar, dass das der ersehnte Retter sein soll. Vielleicht muss ich weiter suchen um ihn auch in meinem Leben zu finden – über Corona, über die Krippe, über den Stall hinaus schauen. Das ist keine leichte Aufgabe. Ich muss schon genau hinsehen, um das Wunder der Weihnacht zu erkennen. Oft wird es eben von meinem Alltag oder schlechten Nachrichten überdeckt. Aber wenn ich genauer hinschaue, kann ich doch das Wunder von Weihnachten entdecken – gleich hier in Riesa. In den Begegnungen mit anderen Menschen, in einem Lächeln auf der Straße oder in einem Weihnachtsgruß in meinem Briefkasten. Wo Menschen sich freundlich ansehen, wo Menschen sich an andere Menschen verschenken, da liegt Gottes Sohn mitten unter uns. Jesus Christus, unser Retter, der für uns auf diese Welt gekommen ist, lässt sich von uns finden. Mir gibt dieses Versprechen viel Kraft und neuen Mut auch in diesen Zeiten meinen Weg weiter zu gehen.

Auch Ihnen und Euch wünsche ich in diesen Tagen viel Kraft und Freude, Mut und Gelassenheit sowie fröhlich Weihnachtstage. Gottes Segen sei mit Euch und Ihnen!

Ihre Pfarrerin Luise-Catharina Quenstedt